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Die tierisch gute Übersetzung …

… or a beastly problem? Der Werbeslogan ist fertig, die perfekte Überschrift gefunden – der Texter lehnt sich zufrieden zurück. Für den Übersetzer fängt die Arbeit gerade erst an.

Schon seit vielen Jahren bewirbt die Grazer Brauerei Puntigam ihr Bier mit einem eingängigen Slogan: „Lustig samma – Puntigamer“. Für viele Marketingköpfe stellen Austriazismen und kompakte Wordings wie diese allerdings ein Problem dar: Wie zur Hölle soll man so etwas eigentlich übersetzen?

Kopfzerbrechen über Headlines
Jeder, der es schon einmal probiert hat, weiß zum Beispiel, wie schwierig es sein kann, die richtige Überschrift für einen Text zu finden. Sie soll knackig sein, neugierig machen, clever und originell wirken – und natürlich nicht zu lang sein. Ist sie endlich perfekt, liegt es am Übersetzer, den Erfolg in einer anderen Sprache zu reproduzieren – und das ist bei Weitem nicht nur eine Frage der richtigen Vokabeln.

Ein kleines Tierrätsel
Angenommen, Sie wollen über eine Initiative Ihres Unternehmens zum Schutz von bedrohten Urwaldtieren berichten. Spontan wird dafür vielleicht die Headline „Umweltaktion sorgt für tierische Freude“ gewählt. So weit, so gut. Doch wie könnte man das ins Englische übertragen? Das Wörterbuch schlägt „animalistic“ als Übersetzung für „tierisch“ im zoologischen Sinne vor. Leider klingt „animalistic joy“ aber eher nach „animalischer Freude“ – vermutlich nicht die gewollte Bedeutungsfärbung. Entscheidet man sich hingegen für eine Übersetzung von „tierisch“ als reines Verstärkungswort – sprich „incredible joy“, bleiben wiederum Pfoten und Tatzen komplett auf der Strecke. Ein tierisches Dilemma also für den Übersetzer oder, wie er es vielleicht selbst bezeichnen würde: a beastly problem.

Eine Lösung: Welcome to the jungle!
Es mag merkwürdig erscheinen, aber die beste Übersetzung ist nicht unbedingt die wortgetreuste. Gerade bei Überschriften und Texten, die unterhalten sollen, geht es vielmehr darum, dass sich ein übersetzter Titel in der neuen Sprache gut liest und zur weiteren Lektüre anregt. Wie auch im Urwald selbst gewinnt also nicht der schnellste Sprinter am direkten Weg, sondern oft einfach das, was am meisten Biss hat. 


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