Kontakt
Österreichs älteste Mitarbeiterzeitschrift gibt es schon seit über Âeinem Âhalben Jahrhundert, aber alt sieht sie überhaupt nicht aus. Denn Ende 2007 Âwurde der Verbund-„kontakt“ einer Âradikalen ÂVerÂjüngungsÂkur unterzogen. Ergebnis: Die LeserÂbefragung fiel so gut aus, dass es schon fast peinlich ist.
Gute Mitarbeiterzeitschriften sind weder Verlautbarungsorgane noch Spielwiesen für Hobby-Zeitungsmacher, sondern nach journalistischen Grundsätzen gemachte Medien, die vor allem eines können: den Leser interessieren und faszinieren – und damit die Basis für eine effektive interne Kommunikation schaffen.
So sahen auch die Vorgaben aus, als der Verbund Mitte letzten Jahres zur Wettbewerbspräsentation lud: Seine traditionsreiche Mitarbeiterzeitschrift sollte nicht nur ein neues Gesicht, sondern auch eine neue inhaltliche Linie erhalten: Ein kompaktes, spannendes, modernes Magazin galt es zu konzipieren, wobei die Redaktion bewusst zum Teil an den neuen Dienstleister ausgelagert werden sollte. „Unsere Kommunikationsabteilung hätte das Heft zwar auch weiterhin intern redigieren können, aber JournalisÂten, die nicht zum Unternehmen gehören, können viele Themen unvoreingenommener angehen“, begründet Mag. Gerald Schulze, Leiter der Verbund-Kommunikation, diese Entscheidung. „Externe Redakteure orientieren sich kompromissloser am Leserinteresse, und damit gewinnt das Blatt an Qualität“, weiß Schulze, der kürzlich zu Österreichs bestem Unternehmenssprecher in der Branche „Energie“ gewählt wurde.
Die journalistische Wellenlänge war es dann auch, auf der es zwischen der Verbund-Kommunikationsabteilung und dem EGGER & LERCH-Team funkte. Der Auftrag für Redaktion sowie die laufende Gestaltung und Produktion ging somit in die Kirchengasse, während das Basisdesign von der Agentur section.d zugekauft wurde, die für den Verbund u. a. auch die Geschäftsberichte gestaltet.
„Working heroes“ im Mittelpunkt. Mit einem Team aus drei Journalisten recherchiert und schreibt EGGER & LERCH seit Herbst 2007 für den „kontakt“. Im Mittelpunkt stehen die MitarbeiterInnen selbst, d. h. der Titelheld ist ein waschechter „Verbundler“, wobei es grundsätzlich jeden treffen kann – vom Monteur bis zum Vorstandsmitglied.
Um die „working heroes“ hautnah zu portraitieren und ein Gefühl für deren Arbeit zu bekommen, ist Renate Süß, Redakteurin bei EGGER & LERCH, kein Einsatz zu beschwerlich: So kämpfte sie sich z. B. gleich für die Herbstausgabe mit Fotografin Kerstin Joensson über steile Hänge und durch schlammige Wiesen, um zum Fuß eines entlegenen Hochspannungsmastes zu gelangen. Eine Ausgabe später balancierte Süß auf schwankenden Rohren in einem thermischen Kraftwerk. „Diese Reportagen machen wirklich Spaß“, freut sich die Journalistin, „da mache ich mich auch gerne einmal schmutzig.“
Einen Blick über den Tellerrand der eigenen Kraftwerke wagt das Redaktionsteam in den Rubriken „Zukunft“ und „Strom kurios“: Da wird z. B. über Energiequellen der Zukunft oder Elektro-Fische berichtet. Knapp und griffig formulierte News aus dem Verbund, der österreichischen und der internationalen Energiewirtschaft bieten eine gute Mischung aus Unternehmensnachrichten und relevanten Infos aus dem Umfeld.
98 % gut oder sehr gut. Und wie kommt der neue „kontakt“ bei den Lesern an? Das wollten die Herausgeber gleich ganz genau wissen, und daher wurde der ersten neu gestalteten Ausgabe ein vierseitiger Fragebogen beigeheftet, der wahlweise auch online ausgefüllt werden konnte.
Das Ergebnis liest sich wie – laut Umfrage sehr verpönte – Selbstbeweihräucherung, ist aber eine Tatsache: 98 % (!) finden Inhalt und Themenauswahl „gut“ oder „sehr gut“, ebensovielen gefällt die neue Gestaltung des Traditionsblattes. Besonders die FormatÂumstellung von DIN A3 auf 210 x 280 mm wurde oft gelobt. Und 90 % finden Stil, Länge der Artikel sowie die Seitenzahl „gerade richtig“. Nur ein einziger Leser meinte: „Abschaffen, zu teuer!“
- Herausgeber: Österreichische ÂElektrizitätswirtschafts-ÂAktiengesellschaft Â(Verbund)
- Leistungen von EGGER & LERCH: Redaktion, Gestaltung, Produktion, DruckÂ- und Versandüberwachung, Leserbefragung, ÂResponseÂbearbeitung
- Format: 210 x 280 mm
- Umfang: 16 bis 20 Seiten
- Erscheinungsweise: 4 x jährlich
- Auflage: ca. 9.000 Stk.
- Druck: 4/4-farbig + matter Dispersionslack
- Vertrieb: per Post an die ÂPrivatadressen der MitÂarbeiterInnen und PensionistInnen des Verbund

