Besser schreiben (4): Die Elemente einer Nachricht.

Patentrezept fĂŒr gute Meldungen und Berichte gibt es zwar keines - aber einige "Zutaten" sollten Sie auf jeden Fall kennen und gezielt einsetzen, um sich die Schreibarbeit zu erleichtern und die Leser bei der Stange zu halten.

Elemente.jpg:

1 -Headline

Die Headline ist Werbung fĂŒr den darauf folgenden Artikel, soll also Appetit auf’s Weiterlesen machen, gleichzeitig aber auch Informationen bieten. Bei Meldungen und Berichten ist sie die kĂŒrzest gefasste Inhaltsangabe, die den Kern der Sache trifft oder einen besonders interessanten Aspekt herausgreift. Am besten sind konkrete SĂ€tze, mit denen eigentlich alles gesagt ist, der Artikel also nur noch nĂ€here ErklĂ€rung dazu ist. Statt „So nicht!“ schreiben Sie besser „Betriebsrat: ,LohnkĂŒrzung heißt Streik‘“ Statt: „Pensionistenverabschiedung 2001“ besser: „Ruhestand nach insgesamt 345 Dienstjahren“ Statt: „Eine Abteilung stellt sich vor“: besser: „Vielgehasst, vielgeliebt: Die EDV-Freaks aus dem zweiten Stock“

 

2 -Vorreiter

Oft wird die Headline durch eine zweite, kleinere Überschrift ergĂ€nzt. Sie steht entweder ĂŒber der Headline („Vorreiter“) oder darunter („Untertitel“). In beiden FĂ€llen kann sie die Headline ergĂ€nzen, nĂ€her erklĂ€ren oder auch einen zweiten Aspekt des Artikels ansprechen. Die unter „Headlines“ genannten schlechten Beispiele fĂŒr Titel sind oft als Vorreiter oder Untertitel sehr gut geignet, z. B.: Vorreiter: „Eine Abteilung stellt sich vor“ Headline: „Vielgehasst, vielgeliebt: Die EDV-Freaks aus dem zweiten Stock“

 

3 - Vorspann

Der Vorspann (oder „Lead“) ist keine Einleitung, die sanft zum Thema hinfĂŒhren soll, sondern kommt, ganz gemĂ€ĂŸ der Regel „Das Wichtigste zuerst“, sofort auf den Punkt: Er sagt im ersten, oft auch grafisch hervorgehobenen Absatz eines Artikels: Wer hat was, wann, wie, wo und warum getan? Die Reihenfolge dieser berĂŒhmten 6 Ws hĂ€ngt wiederum von der Wichtigkeit ab. Manchmal ist die handelnde Person das Wichtigste (z. B. wenn sie prominent ist), manchmal ist es die Handlung selbst. Wieder ein anderes Mal sind es die BeweggrĂŒnde usw. Grundregel beim Vorspann: Stellen Sie sich vor, der Leser wĂŒrde in der ganzen Zeitschrift nur die VorspĂ€nne durchlesen (was ĂŒbrigens sehr oft vorkommt). Auch in diesem Fall mĂŒsste er im Großen und Ganzen ĂŒber alle Inhalte der Zeitschrift im Bilde sein.

 

4 - Zwischentitel

Zwischentitel sorgen nicht nur fĂŒr ein lockeres Erscheinungsbild einer Publikation, sondern retten auch so manchen Artikel vor dem ÜberblĂ€ttertwerden. Sie bewirken, dass ein Leser manchmal mitten in einem Text (wieder) mit dem Lesen beginnt. FĂŒr den Zwischentitel gilt Ă€hnliches wie fĂŒr die Headline: Er ist Anreiz zum Weiterlesen und gleichzeitig Information, in diesem Fall ĂŒber die unmittelbar folgenden AbsĂ€tze.

 

5 - Bildunterschriften

Zu jedem Foto gehört eine Bildunterschrift, denn sie ist eines der meistgelesenen Elemente jeder Zeitschrift. Die Bildunterschrift sollte allerdings nicht nur das Foto beschreiben, sondern eine weiterfĂŒhrende Information bieten. Unter ein Portrait gehört also nicht nur der Name des/der Abgebildeten, sondern zum Beispiel eine markante Aussage: „Product-Manager Franz Mayer: ,Unser neuer Staubsager wird die Konkurrenz hinwegfegen.‘“

« ZurĂŒck