Besser schreiben (3): Kurz, konkret und kein Fachchinesisch
Wenn es um sachliche Meldungen geht, liegt die Würze in der Kürze. Der Artikel ist wirklich gut, wenn man nichts mehr kürzen kann, ohne dass wesentliche Informationen verlorengehen.
Vermeiden Sie also langatmige Einleitungen oder Füllsätze wie: “Nachdem die Teilnehmer im Saal eingetroffen waren, konnte die Veranstaltung endlich beginnen." Wenig überraschend und absolut kein Newswert.
Auch innerhalb eines Satzes können viele Wörter ersatzlos gestrichen werden. Statt “Eigentlich kann der gegenständliche Klebstoff für die Verklebung einer ganzen Reihe von Metallen eingesetzt werden, oder aber auch für Kunststoffe, die zuvor jedoch besonders gründlich gereinigt werden müssen." schreiben Sie doch lieber: „Der Klebstoff kann für viele Metalle sowie für gründlich gereinigte Kunststoffe eingesetzt werden." Der zweite Satz sagt das gleiche aus, ist aber nicht einmal halb so lang.
Nennen Sie die Dinge beim Namen
Nennen Sie die Dinge beim Namen – schreiben Sie so konkret wie möglich. Versuchen Sie Zahlen, Zeiträume, Personen und Produkte nicht mit allgemeinen Umschreibungen zu erwähnen, sondern sagen Sie klipp und klar wie viel, wie lange, wer oder was ...
Konkrete Fakten sind zwar manchmal etwas aufwendiger in der Recherche, aber die Mühe lohnt sich, wie das folgende Beispiel zeigt:
Was weiß der Leser, wenn er den folgenden Satz gelesen hat?
„Schon seit geraumer Zeit stand die Überlegung im Raum, dieses Problem in Angriff zu nehmen, aber erst jetzt bot sich die Gelegenheit, konkret die Sache in den verschiedenen Gremien zur Sprache zu bringen.“
Richtig – gar nichts weiß er. Besser, weil informativer, ist es so:
“Während der letzten sechs Monate regte die Geschäftsführung bereits drei Mal an, den veralteten Web-Auftritt zu überarbeiten. Doch erst jetzt, da das neue Corporate Design feststeht, konnten der Marketing-Beirat und die Werbeagentur einen Zeitplan für den Relaunch festlegen."
Fremdwörter und Abkürzungen vermeiden
Wenn Sie in einem Gespräch mit Fremdwörtern um sich werfen, um zu zeigen, wie gebildet Sie doch sind, ist das für die Zuhörer schon schlimm genug. Noch ärgerlicher sind übertriebener Fremdwörter-Einsatz und Fachchinesisch im Journalismus.
Von wissenschaftlichen Abhandlungen einmal abgesehen sollten Sie mit Fremdwörtern, die nicht allgemein gebräuchlich sind, sparsam umgehen - nicht der deutschen Sprache, sondern einfach der Verständlichkeit zuliebe. Wenn Fachausdrücke unvermeidlich sind, sollten sie bei der ersten Erwähnung kurz erklärt werden, in Klammern oder in einem Nebensatz.
Abkürzungen sind ebenfalls leserfeindlich, sofern es nicht um absolut gängige Kürzel wie EDV, z. B., usw. oder ähnliches geht. Aber sogar in diesen Fällen ist Sparsamkeit am Platz. Wenn Abkürzungen notwendig sind, etwa in Fachartikeln, sollten sie bei der ersten Erwähnung erklärt, also voll ausgeschrieben werden.

