Was eine Zeitschrift kostet
„Eine eigene Kundenzeitschrift? – Schön wär‘s, aber das ist sicher viel zu teuer!" So denken viele Unternehmer. Doch wieviel eine Zeitschrift wirklich kostet, ist nicht selten völlig unklar. Umso größer die – positive – Überraschung, wenn ein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt.
Natürlich sind auch Kunden-, Mitarbeiter- oder Mitgliederzeitschriften nicht gratis, aber im Vergleich zu anderen Kommunikationsmaßnahmen ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis erstaunlich günstig.
So verschlingen z. B. Anzeigen sehr schnell 4- oder gar 5-stellige Euro-Summen. Beträge, um die manchmal schon ein kleiner Newsletter mit allem Drum und Dran zu realisieren ist.
5.000 oder 50.000 Euro?
„Wir haben Kunden, die für ein 32-seitiges Magazin EUR 30.000 ausgeben, aber auch solche, die mit EUR 5.000 für einen 8-Seiter auskommen", umreißt EGGER & LERCH Geschäftsführer Klaus Lerch die Bandbreite. Wobei die genannten Beträge als All-inklusiv-Summen zu verstehen sind, also inklusive Redaktion, Grafik und Druck. Die großen Unterschiede in der Gesamtinvestitionssumme ergeben sich aus vielen Parametern. Zu unterscheiden ist z. B.:
– Redaktion: Werden die Texte innerhalb des eigenen Unternehmens selbst erstellt oder werden externe Journalisten beauftragt? Oder ist eine Mischform ideal?
– Grafik: Ist das Erscheinungsbild weitgehend standardisiert oder werden für jede Story aufwändige Layout-Entwürfe erstellt?
– Fotos: Werden Fotos vom Unternehmen oder von Lieferanten kostenlos beigestellt, wird auf Bildagenturen zurückgefgriffen oder werden Fotografen beauftragt?
– Druck: Format, Umfang, Farben, Papiersorten und natürlich Auflage sind hier die wichtigsten Variablen
– Versand: Werden die Exemplare einzeln per Post verschickt oder liegen sie einfach im Geschäft auf? Gibt es eine Verteilung über den engeren Kundenkreis hinaus?
Woher kommen die Preisunterschiede?
Standard-Preislisten für Zeitschriften kann es somit natrugemäß nicht geben. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Produkte. Allerdings werden – und das ist das eigentlich Erstaunliche – für vergleichbare Leistungen sehr unterschiedliche Preise bezahlt. Warum? Hier sind drei von vielen möglichen Gründen:
– Intransparenz des Marktes: Ein Auftraggeber, der sich nicht täglich mit dem Thema Medien, Grafik und Druck beschäftigt, hat es schwer, den tatsächlichen Bestbieter aus einem unübersichtlichen Markt herauszufinden. Oft führt der Zufall Regie, und es werden nur jene Anbieter zum Offert eingeladen, die man eher zufällig kennt.
– Schwieriger Preisvergleich: Um wieviel mehr ist ein guter Text wert als ein schlechter? Wie kann man Grafik-Leistungen bewerten? Zählt nur der dahinterstehende Arbeitsaufwand? Muss ich für den Namen einer bekannten Werbeagentur mitbezahlen? Diese Fragen sind schwer zu beantworten.
– Unterschiedliche Produktionsbedingungen:Werbeagenturen oder PR-Büros, die nur hin und wieder eine Zeitschrift produzieren, arbeiten naturgemäß weniger effizient als spezialisierte Anbieter, die Periodika als Kerngeschäft betrachten und die Abläufe dementsprechend optimiert haben.
Vergleichen macht sicher
Bleibt die Frage: Was tun, wenn man als Auftraggeber auf Nummer sicher gehen will, das heißt mit Sicherheit das beste Produkt für einen angemessenen Preis erhalten möchte? Die Antwort kann nur lauten: vergleichen, vergleichen, vergleichen. Und zwar sowohl Qualität als auch Preis. Dazu einige Tipps: Ob ein Anbieter Qualität bietet, merken Sie sehr oft schon beim ersten Beratungsgespräch. Werden die richtigen Fragen gestellt, versteht man Ihre Anliegen wirklich, gibt es Beispiele ähnlicher Produkte, hat das Team Erfahrung? Der nächste Schritt ist das Offert: Werden alle Punkte wie Basiskonzeption, Grundlayout, laufende Produktion, Druck und Nebenkosten sauber getrennt und nachvollziehbar dargestellt? Werden mögliche Varianten angeboten?
Geteiltes Risiko
Wenn Sie trotz gutem Angebot noch Zweifel an der gebotenen Leistung haben, einigen Sie sich mit dem Anbieter auf eine Risikoteilung: Zwar wird Ihnen kein seriöser Zeitungsmacher umsonst ein Medium konzipieren und gestalten – diese Art der Aquisition wäre kein besonders vertrauenserweckendes Anzeichen. Was nix kost‘ is nix wert - und das gilt auch für kreative Leistungen. Fair für beide Seiten ist es aber, wenn Sie ein moderates Abstandshonorar vereinbaren, das dann fällig wird, wenn die inhaltlichen und/oder grafischen Entwürfe für Ihr neues Medium nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. So können Sie mit geringem Risiko sehen, wie Ihre Zeitschrift aussehen könnte, und die Zeitungsmacher werden für den Fall, dass aus der Zusammenarbeit nichts wird, zumindest einen Teil des Aufwandes entschädigt.
Wenn Sie also gerade eine Zeitschrift planen oder Ihr bestehendes Medium neu vergeben möchten: scheuen Sie sich nicht, mehrere Gespräche zu führen, mehrere Angebote einzuholen und vielleicht auch mehr als eine Probenummer in Auftrag zu geben. Da Ihr Blatt ja mehr als ein paar Nummern alt werden soll, lohnt sich dier Aufwand mit Sicherheit.

