Zeitschriften-Relaunch: Eine kleine Checkliste

Diese Punkte helfen Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen und aussagekräftige Briefings auszuarbeiten.

  • Zielgruppen: Wollen Sie Ihre Zielgruppe erweitern oder einfach nur die bestehende besser bedienen? Bei einer erweiterten Zielgruppe sollten Sie auch MaĂźnahmen ĂĽberlegen, diese ĂĽber das erneuerte Produkt zu informieren, z. B. durch Gratis-Probehefte, eine Presseaussendung oder ein Mailing. Oder wären Mutationen fĂĽr bestimmte Regionen oder Empfängerkreise sinnvoll? Neue Produktionstechniken wie z. B. Digitaldruck ermöglichen heute eine weitgehende Personalisierung oder den Druck von kleineren Teilauflagen.
  • Leserbefragung: Fragen Sie doch einfach Ihre Leser, was sie gut finden und was verändert werden sollte. Eine Leserbefragung zu Inhalt und Design kostet nicht viel und liefert wertvolles Feedback. Legen Sie den Fragebogen der nächsten Nummer bei und versprechen Sie fĂĽr die RĂĽcksendung ein kleines Dankeschön!
  • Typografie: Auch Schrifttypen unterliegen, wie Musik und Kleidung, gewissen Modeströmungen. Wenn Sie nicht durch strikte Corporate-Design-Regeln eingeschränkt sind, ist der Relaunch eine gute Gelegenheit, zeitgemäße Schriften einzufĂĽhren. Vorsicht aber vor allzu modischen Fonts, die von jedem zweiten Party-Flyer herunterleuchten. Sonst ist das nächste Redesign schon in wenigen Monaten fällig. Und auĂźerdem gibt es immer noch die Klassiker, die immer passen (so wie Jeans oder das Kleine Schwarze) – denken Sie nur an Helvetica und Times, die – clever eingesetzt – sogar in einem top-modernen Layout ausgezeichnet in Szene gesetzt werden können.
  • Design: Soll der Relaunch sanft oder hart sein? Bei einem sanften Relaunch, der sich auch bewusst ĂĽber mehrere Ausgaben hinziehen kann, merkt der Stammleser erst beim zweiten Hinsehen, dass sich etwas geändert hat. Das kann bei einer sensiblen, eher konservativen Leserschaft angebracht sein. Ein harter Relaunch nimmt hier keine RĂĽcksicht, das Gestaltungskonzept wird von Grund auf neu entworfen. Allerdings sollte auch in diesen Fällen klar erkennbar bleiben, um welches Medium es sich handelt – bei einer Namensänderung wäre auf der Titelseite zumindest bei der ersten neuen Nummer ein Vermerk mit dem frĂĽheren Titel sinnvoll.
  • Druck: Die rapide Entwicklung des Offsetdrucks und der Druckvorstufe hat den Vierfarbdruck in den letzten Jahren deutlich gĂĽnstiger gemacht. Ăśberlegen Sie daher bei Ihrem Relaunch, ob Sie nicht von ein- oder zweifarbig auf vierfarbig umsteigen können – vielleicht sogar ohne groĂźe Mehrkosten. Mit vierfarbigem Druck können Sie auch bei Inserenten besser punkten. Möglicherweise hat sich die Auflage Ihrer Publikation stark verändert, so dass auch das Druckverfahren hinterfragt werden sollte (z. B. Rollendruck fĂĽr hohe Auflagen, Digitaldruck fĂĽr niedrige).
  • Online-Ausgabe: Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, der Print-Ausgabe eine Online-Edition zur Seite zu stellen. Entweder Sie publizieren die gleichen Inhalte in beiden Medien, oder – noch besser – Sie starten ein Web-Magazin, das die gedruckte Ausgabe um aktuelle Meldungen, Links, vertiefende Artikel und Bilder sowie Material zum Download (z. B. PDF-Dateien von Prospekten) ergänzt.
  • Kosten: Nehmen Sie den Relaunch zum Anlass, einige oder alle Leistungen, die Sie zukaufen, neu auszuschreiben. Besonders im Bereich Prepress und Druck sind die Preise in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, so dass Sie hier sehr viel sparen können.

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