Plädoyer für das Papier
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„Krise!“ Die Sparefrohs in den Unternehmen haben wieder einmal Oberwasser, und eine gedruckte Mitarbeiterzeitschrift ist da ein gefundenes Fressen. Die Alternative scheint schnell gefunden: „Das Intranet tut’s doch auch!“ Tut es nicht. Hier sind 10 Argumente für die Papierversion. 1. Nicht alle haben einen PCDenken Sie an Mitarbeiter jenseits der Bürofluchten, die, wenn überhaupt, nur einen privaten Rechner besitzen. Ob die in ihrer Freizeit zu Hause wirklich ins Intranet schauen wollen bzw. können (Stichwort: Firewall)? Und es soll, kaum zu glauben, noch Leute geben, die gar nicht „im Netz“ sind – und gerade das sind oft die Zielgruppen, die besonderen Informationsbedarf haben. 2. Nicht alle lieben das Lesen am PCAuch Bildschirmarbeiter haben manchmal genug von der Flachbildglotze und lieben es, zur Abwechslung etwas Gedrucktes zu lesen. Lässt man die Empfänger wählen, ob sie ein Magazin lieber online oder auf ÂPapier erhalten wollen, entscheiden sich bis zu 90 % für die gedruckte Version – so z. B. auch die Leser dieses Reports. 3. Auch das Umfeld soll mitlesenDass Partner, Kinder oder Eltern im Intranet der Arbeitgeber ihrer Angehörigen mitlesen, dürfte wohl die Ausnahme sein. Der oft erwünschte Effekt, mit einem Mitarbeitermedium auch das Umfeld eines Lesers positiv zu stimmen, ist mit einem Magazin, das zu Hause auf dem Couchtisch landet, viel eher zu erzielen. |
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4. Print ist glaubwürdiger
Auch aktuelle Untersuchungen – z. B. eine Studie der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Print Media Academy der Heidelberger Druckmaschinen AG vom Juni 2008 – zeigen, dass gedruckte Medien im Vergleich zu elektronischen noch immer nachhaltiger und unaufdringlicher wirken.
5. Printmedien lassen sich kreativer gestalten
Auch Intranets arbeiten – trotz multimedialer Möglichkeiten – vor allem mit Text und Bild. Allerdings sind dabei die grafischen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Ausgefeilte Typografie? Emotional ansprechende, großformatige Fotos in höchster Auflösung? Sonderfarben und -formate? Am Bildschirm alles Fehlanzeige.
6. Papier spricht viele Sinne an
Nicht nur NLP-Experten wissen: Botschaften, die über mehrere Kanäle laufen, also mit mehreren Sinnen aufgenommen werden, kommen besser an. Und ein Magazin kann man eben nicht nur lesen, sondern auch angreifen, riechen und – beim Blättern – sogar hören.
7. Auch online ist nicht gratis
Druck und Versand machen nur einen relativ kleinen Anteil am Budget für eine Mitarbeiterzeitschrift. Bei einer Auflage von 1.000 Stück sind es z. B. typischerweise nur etwa 20 % der externen Kosten – d. h. interne Arbeitszeit noch gar nicht mitgerechnet. Da auch Intranet-Inhalte professionell konzipiert, recherchiert und gestaltet werden müssen, ist das Sparpotenzial deutlich geringer als oft angenommen.
8. Printmedien spielen eine neue Rolle
Für aktuelle Nachrichten sind selbst Tageszeitungen nicht schnell genug – dafür sind Online-Medien wie geschaffen. Aber gerade die tägliche Informationsflut weckt das Bedürfnis nach vertiefender, ausführlicher Information und Analyse, die man ohne Stress konsumiert, wann und wo immer man Zeit und Muße hat. Tageszeitungen durchleben diesen Rollenwandel jetzt gerade – und gute Mitarbeiterzeitschriften folgen ihnen.
9. Medienentwicklung ist keine Einbahnstraße
Natürlich gibt es Magazine, die nur noch online erscheinen, z. B. das amerikanische PC-Magazine ab Februar 2009. Aber es gibt auch den umgekehrten Weg – z. B. „eines tages“ des Spiegel oder die Mitarbeiterzeitschrift „Der Direkte Draht“ der HVB Direkt: begonnen im Internet bzw. Intranet, ausgebaut zum Printmagazin.
10. Ein Magazin ist wertvoll
Ja, gerade im Internet-Zeitalter ist es mehr denn je ein Ausdruck der Wertschätzung, ein handwerklich gut gemachtes Magazin speziell für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herauszugeben. Pro Kopf geht es um wenige Euro im Jahr – aber die sind auf jeden Fall gut investiert.


