Papier - eine Caraktersache

Edel oder billig, dezent oder aufdringlich, leuchtend oder gedämpft – das Papier entscheidet maßgeblich über den Charakter einer Zeitschrift. Die folgende kleine Papier-Kunde gibt Orientierungshilfe bei der Auswahl der richtigen Sorte.

 

papierrollen

Papiersorten gibt es tausende, auf den ersten Blick ist die Auswahl nahezu unĂĽberschaubar. Doch wer die wichtigsten Kategorien kennt, tut sich viel leichter:

Naturpapiere (= ungestrichene Papiere) sind nicht oberflächenveredelt, d. h. sie fühlen sich relativ rauh an, glänzen nicht und haben, im Vergleich zum Gewicht, ein relativ hohes Volumen. Standard-Kopierpapier ist z. B. ein klassisches Naturpapier, das jeder kennt.
Naturpapiere sind ideal für Zeitschriften, denn diese sollen auch bei geringem Seitenumfang einen griffigen Körper haben, einen dezenten Eindruck hinterlassen und dennoch kostengünstig produziert werden können. Je nach Gestaltung und Zielgruppe wirken Naturpapiere sogar edler als glänzende Sorten.

Beispiele:

  • Standard Offsetpapier – billig, hochweiĂź, Druckbild unruhig, etwas stumpf und leicht ins Rötliche tendierend.
  • Biotop 3 – etwas teurer als Offsetpapier, leicht gelblich, Druckbild etwas leuchtender als Offsetpapier
  • Recyclingpapier – billig, grau, Druckbild stumpf
  • Cyclus – relativ gĂĽnstig, altweiĂź, Druckbild stumpf


Satinierte Papiere
werden bei der Herstellung mechanisch geglättet, sie haben daher eine feinere Oberfläche, aber noch bei weitem keinen Glanz. Die Farbbrillanz ist im Vergleich zu den Naturpapieren etwas besser, aber immer noch bescheiden. Anwendungen: ähnlich wie Naturpapiere.

Gestrichene Papiere werden mit einer Masse aus Weißpigmenten (dem „Strich“) geglättet, vergleichbar mit dem Verspachteln einer rohen Wand. Dadurch entsteht eine sehr plane Oberfläche, die je nach Sorte matt, seidenmatt oder glänzend sein kann. Farben werden somit sehr kontrastreich reproduziert, da die Druckfarben weniger in das Papier eindringen können. Mit einer Lackschicht kann die Oberfläche beim Druck noch zusätzlich veredelt und geschützt werden.
Gestrichene Papiere sind fĂĽr hochwertige Zeitschriften geeignet, bei denen es auf brillante Fotos ankommt. Hochwertige gestrichene Papiere werden oft auch als Kunstdruckpapier bezeichnet, weniger edle Sorten als Bilderdruckpapier.

Beispiele:

  • OuvertĂĽre seidenmatt oder glänzend bzw. Euro Art seidenmatt oder glänzend – Standard-Sorten; relativ gĂĽnstig, nicht sehr steif, universell einsetzbar, erhältlich in Grammaturen von 90 bzw. 80 bis 300 g/m2.
  • Phoenix motion xenon seidenmatt – teurer, brillanter und steifer als die Standardsorten
  • LWC matt oder glänzend – fĂĽr den Rollenoffsetdruck, leicht gelblich, Standard fĂĽr viele Zeitschriften.
  • heaven42 - ein völlig neues, gestrichenes Papier, das durch einen bisher unerreichten WeiĂźegrad fasiziniert.


Zeitungspapiere
sind besonders billige und dünne Naturpapiere (meist ca. 45–50 g/m2). Geliefert wird Zeitungspapier nur auf Rollen, bedruckt wird es meist mit speziellen Maschinen für den Tageszeitungsdruck („Coldset-Rollenoffset“). Nachteil dieser Produktionsart ist ein relativ stumpfes und manchmal schmutziges Druckbild, der Vorteil ist der niedrige Preis. Umfangreiche Periodika in mittleren und hohen Auflagen sind auf diese Art unschlagbar günstig zu drucken.
Spannt man die Zeitungspapierrollen aber in hochwertige Rollendruck-Maschinen und verwendet eventuell ein sogenanntes „aufgebessertes Zeitungspapier“, kann man auch damit erstaunlich gute Druckergebnisse erzielen. Für hochauflagige Produkte auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Ausstattungspapiere

Für Periodika nicht interessant, weil sehr teuer, sind die so genannten „Ausstattungspapiere“. Das sind spezielle, oft strukturierte oder gefärbte Papiere, die für Briefpapiere und Briefumschläge verwendet werden.

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