Die besten Werkzeuge für Seitenbauer

Keine Angst, dieser Artikel wird keine weitere Fassung des in Fachzeitschriften sehr beliebten Feature-Vergleichs der beiden Layoutkontrahenten. Stattdessen greifen wir nur die allerwichtigsten Aspekte heraus, die für Ihre Softwareentscheidung wichtig sind:

Kreative Möglichkeiten: Hier bietet InDesign eindeutig mehr, vor allem wegen der in Xpress fehlenden Transparenz-Features, die für Bildmontagen, Schatten und andere Spezialeffekte ein Muss sind.

Typografie: Auch hier liegt InDesign im Vorteil, da dieses Programm die Besonderheiten des Open-Type-Schriftstandards (z. B. mehrere Variationen eines Buchstabens für Initialen oder Kapitälchen, Unicode für Fremdsprachensatz) voll unterstützt. Auch eine intelligentere Silbentrennung, die einen ganzen Absatz, nicht nur eine Zeile, optimiert, spricht für InDesign.

Geschwindigkeit: Hier geht der Punkt an QuarkXPress. Vor allem dann, wenn man nicht mit der allerschnellsten Hardware, dafür aber mit umfangreichen Dokumenten arbeitet, ist QuarkXpress wesentlich schneller.

Speziallösungen: Da QuarkXPress schon sehr lange als Marktführer die Publishing-Szene beherrscht, gibt es eine Unzahl von sogenannten Xtensions. Das sind Module, die Lösungen für spezielle Anforderungen bieten – z. B. für Datenbank-Anbindungen, Redaktionssysteme und anderes. Doch InDesign holt auf.

Integration in andere Programme: Dass InDesign mit den Kollegen aus dem gleichen Stall, also Photoshop und Illustrator, auf du und du ist, versteht sich von selbst. In der Praxis lassen sich die entsprechenden Dateien aber auch mit QuarkXPress problemlos verarbeiten. Seit Version 6.5 importiert Xpress sogar native Photoshop-Dateien.

Preis: Klarer Fall – Adobe InDesign ist günstiger. Für rund Euro 1.600,– erhält man nicht nur InDesign, sondern im Rahmen der Adobe Creative Suite Premium auch gleich noch Photoshop, Illustrator, GoLive und Acrobat dazu. QuarkXpress schlägt mit etwa Euro 1.950,– zu Buche – ohne Zusatzsoftware.

 

Schmalspur-DTP:
Layoutprogramme für wenig oder gar kein Geld

Neben den „großen Zwei“ (InDesign und Xpress) gibt es auch noch günstigere Alternativen, die für die Gestaltung von Zeitschriften in Frage kommen.

Prinzipiell lassen sich sogar mit Textverarbeitungsprogrammen wie Microsoft Word oder OpenOffice Writer (OpenOffice) einfach gestaltete Zeitschriften produzieren – doch das präzise Gestalten ist damit sehr mühsam und zeitraubend. Außerdem sind die Farbseparationsmöglichkeiten für den Offsetdruck so gut wie nicht vorhanden.

Besser ist es, Low-Cost-Layoutprogramme zu verwenden – sie kosten nur einen Bruchteil der Profi-Applikationen – teilweise sogar gar nichts – und bieten oft einen erstaunlichen Funktionsumfang.

Warum aber geben Profis wesentlich mehr Geld aus, um mit InDesign oder Xpress zu arbeiten? Die Vorteile liegen z. B. in der besseren typografischen Qualität, der besseren Zusammenarbeit mit Bildbearbeitungs- und Grafikprogrammen, den professionellen Farbseparations- und PDF-Exportmöglichkeiten und nicht zuletzt in der größeren Zuverlässigkeit und der komfortableren Benutzerführung.

Druckereien und Grafikstudios tun sich außerdem mit der Übernahme und Weiterverarbeitung exotischer Dateiformate sehr schwer. Kurz gesagt: Für Zeitschriften, die professionell gedruckt oder von Agenturen weiter bearbeitet werden sollen, ist es auf jeden Fall sicherer und zeitsparender, InDesign oder Xpress einzusetzen. Die einmalige Investition rechnet sich schon nach wenigen Ausgaben. Für intern vervielfältigte Newsletter oder Mitarbeiterzeitschriften mit geringem Seitenumfang tun die Low-Cost-Layoutprogramme durchaus ihren Dienst.

« Zurück