Zutaten für gelungenes Zeitungsdesign

Die Grundlagen

Design und Inhalt müssen ein einheitliches Ganzes bilden. Der Designer muss ein gleichberechtigtes Mitglied der Redaktion sein, aber auch journalistisch denken können – sonst wird Design rasch zum Selbstzweck. Alle ­Gestaltungs­elemente (Schrift, Bild, Linien, Zeichnungen, Infografiken, Tabellen, Weißraum, Farbe etc.) wirken zusammen und müssen in den Dienst leserfreundlicher Gestaltung gestellt werden.

Die wichtigsten Design-Prinzipien

  • Organisation: Die Elemente einer Seite sollten gut erkennbar und klar gegliedert sein, durch Weißraum oder Linien.
  • Einfachheit: Gutes Design ist einfaches Design. Wenn viel auf einer Seite stehen muss, sollten die einzelnen Elemente grafisch leichter gehalten sein.
  • Kontrast: Eindrucksvoll, aber sparsam einsetzen. Wird z. B. ein großes Foto verwendet, kann die Überschrift auch kleiner sein. Bei Schriftmischungen aufpassen, dass die Schriften gut kontrastieren, sich aber stilistisch nicht in die Quere kommen.
  • Einheitlichkeit: Heißt nicht Monotonie, aber ein roter Faden sollte sich durch das Druckwerk ziehen, dem Leser Vertrautheit geben mit durchgängiger Verwendung typografischer Elemente, einer bestimmten Bildsprache oder Farbgebung.


Mikrotypografie

Weil ein Druckwerk überwiegend aus Schrift besteht, muss der ­Mikrotypografie (Schriftgröße, Schriftbreite, Zeilenabstand, Initiale, Einzüge, Fettworte, Spaltenabstand und -breite usf.) größte Aufmerksamkeit geschenkt ­werden. Das heißt für die ...

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  • Textschrift:
    Eher schwerere Schrift mit ­ausgewogener Strichstärke ­verwenden.
    Gegebenenfalls den Buchstabenzwischenraum adjustieren.
    Schriften mit relativ großer
    x-Höhe in Größen zwischen
    9 und 11 Punkt wählen.
    Absätze, Zwischentitel, Zitate, und ähnliche Elemente häufig einsetzen, um lange Textblöcke aufzulockern.
  • ... Überschriften:
    Sehr große x-Höhen verleihen der ­Überschrift maximale ­Wirkung.
    Eine mäßige Schriftverengung bewirkt, dass mehr Buchstaben in weniger Augenspannen gelesen werden können.
    Halbfette Schrift gibt den Titeln Autorität und Gewicht, ohne zu „schreien“.
    Der Überschriftenstil muss den Charakter des Mediums widerspiegeln: Welches Gefühl soll ausgedrückt werden? Tradition, Zeitgeist, Jugendlichkeit, soziale Wärme, Eleganz ...
    Titelzeilen in Versalien sollten sparsam eingesetzt werden.
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Relaunch

Die Neugestaltung einer Zeitung, eines Magazins ist nicht nur eine grafische Aufgabe, sie erfordert auch die Neubewertung des redaktionellen Inhalts. Eine Neustrukturierung sollte die Zeitung für den Leser übersichtlicher und leichter handhabbar machen. Der Designer muss am redaktionellen Entscheidungsprozess teilnehmen und mitbestimmen, welche Inhalte wie visualisiert werden sollen usf. Schließlich ist die Erstellung eines Stilbuchs Pflicht, das alle Einzel­elemente des Designs darstellt und erläutert und wenn möglich prototypische Seiten in mehreren Varianten enthält.

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