5 Wege zum Schriftbewusstsein
Eine passende Schrift unter den abertausenden verfügbaren zu Âfinden, überfordert selbst Layoutprofis. Daher sehen wir immer wieder dieÂselben Fonts und langweilen uns. Dabei ist es ein leichtes, Schriften zu finden, welche die Botschaft durch ihre Atmosphäre unterstützen und mit ihr „eine“ Sprache sprechen.
1 Verfügbarkeit.
Schauen Sie nach. Welche Schriften stehen mir zur Verfügung (am PC installiert), wie sehen diese aus, was möchte und kann ich mit diesen Fonts gestalten? Sympathische Schriften spontan auf sich wirken lassen und ausprobieren, in verschiedenen Größen, Layouts, Textblöcken etc. für verschiedene Botschaften.
2 Analyse.
Wo immer Sie hinschauen, genau analysieren, wo welche Arten von Schriften eingesetzt werden (vorerst ohne deren Namen zu kennen), rein aufgrund ihrer grafischen Form. Bei der Konkurrenz nachsehen, international vergleichen etc. Dieser rein optische Lernprozess schärft die Unterscheidungsfähigkeit, schnell werden Sie ähnliche Schriften zu Gruppen zusammenfassen und viele Entdeckungen machen (wie z. B. dass in Zeitungen eine Handvoll sehr ähnlicher Schriften zu finden sind, die sich nur in kleinen Details unterscheiden).
3 Schriften identifizieren.
Aufgrund ihrer optischen Merkmale ist jede Schrift eindeutig erkennbar. Spaß macht auch, die Geschichte der Schrift zu recherchieren, etwas über ihren ÂGestalter zu erfahren etc. Zur Identifizierung helfen Schriftmusterbücher, die nach Stilkriterien geordnet sind (s. Buch/Webtipps).
Eine Übung:
Nehmen Sie ein paar Schriften her und überlegen Sie, wofür Sie diese gerne einsetzen würden. Das ist der auf den Kopf gestellte Weg, eine Schrift wie üblich für eine bestimmte Publikation zu suchen; bringt spannende Ergebnisse und fördert meist jene Bereiche zutage, in der die Schriften häufig verwendet werden.
4 Testen.
Erstellen Sie mehrere Probelayouts (Logos) mit unterschiedlichen, gefühlsmäßig bzw. mit Typowissen ausgewählten Schriften, legen Sie diese zumindest 20 Testpersonen (auch Laien) vor und lassen Sie eine Rangreihe von „passt“ bis „passt gar nicht“ bilden. Holen Sie sich auch die Begründungen, entweder durch Nachfragen oder einen kleinen standardisierten Fragebogen. Diese Erkenntnisse helfen Ihnen enorm beim Durchsetzen Ihrer Schriftwahl.
5 Lieblingsschrift.
Suchen Sie sich Ihre ganz persönliche Lieblingsschrift aus, ein „typeface“, das zu Ihrer Identität passt, so wie Sie mit Ihrer Kleidung auch Ihre persönliche Note unterstützen. Diese Schrift verwenden Sie nun überall für Ihre persönliche Kommunikation. Viel Spaß mit der Entwicklung Ihrer schriftlichen Identität!

