Fotofallen - Stark ansprechen statt trüb aussehen

unscharfes Bild   Die digitale Fotografie beschert uns Bilder im Überfluss – doch dadurch wird die Arbeit des Editorial Designers eher schwerer als leichter. periodicum zeigt einige Fallen, die nicht nur Grafiker, ­sondern auch deren Auftraggeber kennen sollten.

    1. Du sollst Gesichtsfarben nicht als gegeben ansehen.

    Natürlich hat in natura jeder Mensch seinen eigenen Teint. Aber eine (Doppel-)Seite mit vielen Köpfen sieht einfach besser aus, wenn die Hauttöne vom Profi behutsam angeglichen wurden.

    2. Du sollst keine abgedroschenen Symbolfotos verwenden.

    Zu den Spitzenreitern in Sachen Gähnfaktor gehören der Händedruck zweier Anzugträger, diverse Banknotenbündel und Münzstapel sowie die Erde, aus dem All gesehen.

    3. Du sollst die modernen Bildbearbeitungstechnologien nicht überschätzen.

    Aus massiv unscharfen, verwackelten, rauschenden, über- oder unter­belichteten Aufnahmen werden auch die Filter in Photoshop 15.0 kein gutes Foto heraus­zaubern.

    4. Du sollst sparsam mit Fotomontagen umgehen.

    Sie ersetzen nur höchst selten eine gute Bildidee. Und wenn sie dann noch dilletantisch umgesetzt werden, wird es richtig peinlich. Linktipp: http://photoshopdisasters.blogspot.com/

    5. Du sollst die Bildqualität nicht in Pixeln messen.

    Manche Datei wurde nur hochinterpoliert, und auch bei Miniknipsen ist Vorsicht geboten, Megapixel hin oder her. Sicherheit gibt die visuelle Kontrolle mit der Ansicht „Tatsächliche Pixel“ in Photoshop.

    6. Du sollst nicht immer alles mittig positionieren.

    Das nimmt jede Spannung. Versuche stattdessen das Gesicht oder den Hotspot des Bildes im Goldenen Schnitt anzuordnen. Auch das Anschneiden des Motivs kann die Spannung drastisch erhöhen.

    7. Du sollst keine Gruppenfotos mit Stecknadelköpfen abbilden.

    Wenn schon Gruppen, dann bitte alles Unnötige abschneiden und Gesichter möglichst groß platzieren. Oder noch besser: Gruppen schon beim Ablichten originell anordnen.

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