Welche Druckttechnik für welche Auflagen?

Ob 1 Stück oder 100 Millionen – für jede Auflage gibt es heute perfektionierte Drucktechnologien. Doch vor allem in Grenzbereichen ist die Entscheidung nicht immer einfach: Bogen- oder Rollendruck? Offset oder Digital? Inhouse oder extern? Der folgende Kurz-Überblick zeigt die Möglichkeiten auf.

  Bogenoffset Digital-Offset Akzidenz-Rollen-
offsetdruck
Zeitungs-
Rollenoffsetdruck
Tonerbasierender Digitaldruck
Technologie: Druckplatte wird extern (außerhalb der Druckmaschine) erzeugt. Farbe wird von Druckplatte auf Gummituch und von dort auf Papierbogen übertragen. Druckplatte wird direkt in der Druckmaschine bebildert, sonst wie Bogenoffset Druckplatte wird extern erzeugt. Farbe wird von Druckplatte auf Gummituch und von dort auf Papierbahn übertragen, die inline getrocknet, gefalzt und geschnitten wird. wie Rollenoffsetdruck, jedoch wird die Papierbahn nicht getrocknet, geringere Druckqualität Laserstrahl beschreibt eine Trommel, diese nimmt Toner auf und überträgt diesen auf Papierbögen oder -bahnen. Bei jeder Umdrehung unterschiedliches Motiv druckbar.
Farben: 1 bis (theoretisch) unbegrenzt, da mehrere Druckdurchgänge möglich sind. Normalerweise 4, theoretisch unbegrenzt, da mehrere Druckdurchgänge möglich sind. 1 bis 5, auch Sonderfarben möglich 1 bis 5, auch Sonderfarben möglich 1 oder 4, in der Regel keine Sonderfarben
Druckformate: von 35 x 50 cm bis
100 x 140 cm (= 2 bis 16 Seiten A4 pro Druckdurchgang), Plakatdruckmaschinen sind oft noch größer.
derzeit 35 x 50 cm bis
50 x 70 cm (= 2 bis 4 Seiten A4 pro Druckdurchgang)
8 bis 72 Seiten A4 pro Druckdurchgang je nach Anzahl der Drucktürme verschieden. z. B. 64 Seiten „Berliner Format“ (^= Standard) oder 128 Seiten „Halb-Berliner“ (^= Kleine Zeitung) in einem Durchgang DIN A4 bis 50 cm x mehrere Meter (bei Rollendruck)
Personalisierung im gleichen Arbeitsgang:
nur Nummerierung (z. B. für Lose, Eintrittskarten etc.) nicht möglich nur durch Inkjet (z. B. für Adressierung) nur durch Inkjet (z. B. für Adressierung) unbeschränkt möglich
Typische Auflagen:
ca. 500 bis unendlich ca. 200 bis 20.000 ca. 20.000 bis unendlich ca. 20.000 bis unendlich Farbe: 1 bis 500, SW: 1 bis 5.000, bei personalisierten Produkten auch darüber
Papiersorten:
von ca. 70 g bis Karton, fast jedes Papier bedruckbar von ca. 70 g bis Karton, fast jedes Papier bedruckbar von ca. 40 g Dünndruckpapier bis ca. 150 g; nicht jedes Papier ist in Rollen verfügbar Zeitungspapier ab ca. 40 g, aufgebesserte Zeitungspapiere, ungestrichenes Offsetpapier von 80 g bis ca. 300 g, begrenzte Auswahl, abhängig vom Maschinentyp
Anwendung im Periodika-Bereich:
Zeitschriften und Newsletter in mittleren Auflagen Zeitschriften und Newsletter mit geringem Umfang und kleinen Auflagen Zeitschriften in mittleren und großen Auflagen Tages-, Wochen- und Monatszeitungen sowie Zeitschriften auf billigem Papier in kleinen Auflagen und/oder mit empfängerspezifischer Personalisierung
Tipp 1: ab ca. 20.000 ist Rollenoffset günstiger, sofern Papiersorten, Format und Umfang für Rollendruck in Frage kommen Manche Maschinentypen (insbesondere der ersten Generation) erreichen zwar gute, aber bei schwierigen Sujets keine Top-Qualität Rollenoffsetdruck ergibt auch bei dünnen und billigen Papieren sehr gute Qualität, so dass manchmal auch Auflagen unter 20.000 Stück interessant sein können. Kreativ gestaltete Medien auf Zeitungspapier stechen aus der Flut der Hochglanzmedien heraus und verbinden günstige Produktion mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild. Das Druckbild älterer Maschinen gleicht oft einer Farbkopie (Glanz, dicke Farbschicht), daher vorher Muster zeigen lassen!
Tipp 2:
Für beidseitig 4- oder 5-farbige Druckaufträge werden immer öfter auch 8- bzw. 10-Farben-Maschinen eingesetzt, die Vorder- und Rückseite gleichzeitig bedrucken Vorhandene Filme können in diesem Verfahren nicht eingesetzt werden (müssten re-digitalisiert werden). Besonders vorteilhaft bei Seitenumfängen, die auf die Maschinengröße angepasst sind (z. B. 16, 24, 32 oder 64 Seiten). Schreiben, kleben, heften inline möglich Durch das nachträgliche Heften und Beschneiden von Zeitungsprodukten können auch magazin-ähnliche Produkte kostengünstig hergestellt werden. Kombinationen aus Offsetdruck in Farbe und personalisiertem Digitaldruck in SW ermöglichen v. a. bei größeren Auflagen enorme Einsparungen gegenüber voll digitalem Druck
Tipp 3:
Dank Computer-to-plate (Direktbelichtung der Druckplatten ohne Film/Litho als Zwischenprodukt) sind sehr feine Raster (80er, 90er, Kristallraster) problemlos produzierbar. Sonderfarben (z. B. Gold, Silber, Orange....) können nicht auf allen digitalen Offsetmaschinen eingesetzt werden, da sie tw. nur für den Standard-Vierfarbdruck (CMYK) konzipiert sind. Für viele Produkte ist die Kombination aus Rollen- und Bogenoffset optimal: z. B. Umschlag aus stärkerem Papier im Bogenoffset, Innenteil im Rollenoffset. Farb- und Rasterqualität sind im Zeitungs-Rollenoffset schlechter als in anderen Verfahren – durch entsprechende Bildbearbeitung teilweise kompensierbar. Alternative für Farb-Digitaldruck mit Offset-Anmutung: Tintenbasierter Digitaldruck, derzeit nur mit Maschinen von Indigo möglich.

 

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