Fotoratgeber mit Zielgruppenunschärfe
Warum sehen manche Fotos einfach toll aus und andere nicht?
Sein Modell „cheese“ sagen lassen und auf den Knopf drücken,
reicht offensichtlich nicht, um einigermaßen professionelle Fotos
zu schießen. Und an der Ausrüstung liegt es auch nicht allein.
In seiner „Fotoschule“ gibt Christian Haasz Tipps, wie man selbst mit der handlichen Knipsekamera mehr aus seinen Fotos herausholt. Er erklärt, wie man Motive mittels Goldenem Schnitt anordnet, welche Stimmungen bei welchem Licht entstehen und wie man mit einer Nachttischlampe und einer Erste-Hilfe-Decke Studioflair erzeugen kann.
Zu jedem Kapitel wie „Motive erkennen“, „Lichtstimmungen“, „Produktbilder“, „Stimmungen bei Abend und Nacht“ oder „Aktfotografie“ liefert er ausreichend Beispiele in Form großformatiger Fotos. Besonders positiv zu erwähnen ist, dass zu fast jedem Bild die Kameraeinstellungen mitgeliefert werden. Somit fällt es leichter, jeweils ähnliche Stimmungen möglichst professionell einzufangen. Die klare Gliederung macht es leicht, sich je nach Hobbyfotografenlust und -laune Anregungen und Hilfe zu holen.
Die übersichtliche Einteilung der Kapitel ist auch deshalb so wichtig, weil Fotoschule kein Buch ist, das man von Anfang bis Schluss durchliest. Dazu ist es zu inhomogen. Haasz versucht nämlich den Bogen von simpelsten Grundlagen bis hin zu HDR-Fotografie zu spannen und dann auch noch Grundlagen der Computer-Fotoretusche unterzubringen. Somit mag zwar für jeden interessierten Leser etwas dabei sein, aber auch viel, das ihn je nach persönlichem Level unter- oder überfordert. Vielleicht wäre hier die Spezialisierung auf eine Zielgruppe doch besser gewesen – oder zwei Bände, einer für Anfänger und einer für Fortgeschrittene.
Insgesamt ist Haasz’ Fotoschule ein nützliches Nachschlagewerk zur fotografischen Praxis. Die beigelegte Demo-CD-ROM mit Try-out-Versionen von Photoshop CS3, HDRsoft Photomatix pro 2.4 und Ichikawa Silkypix Developer Studio 3.0 lädt ebenso zum Ausprobieren ein wie die Anweisungen auf dem für das teure Buch leider etwas dünn geratenen Papier. Und bestimmt gelingt das eine oder andere Foto mit Hilfe der Fotoschule gleich viel besser. So gesehen lohnt sich die Investition von etwa 40 Euro für alle, die mehr als nur Schnappschüsse produzieren wollen.
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